Juniorenlager in Tschechien

Bei der Hinfahrt: 16 lebhafte, aufgeweckte und tatendurstige Junioren stiegen um 21.00 Uhr in den Fernbus nach Prag und konnten die Ankunft kaum erwarten. Dementsprechend war die Stimmung sehr aufgeräumt aber friedlich, von Schlaf keine Spur.

Bei der Rückfahrt von Prag nach St. Gallen: die Gruppe bestieg den Bus, müde aber zufrieden, die Stimmung war immer noch überaus lebhaft, doch nach einer  Fahrstunde glitt der eine oder andere in den wohlverdienten Schlummer und es herrschte eine friedvolle Stille im Fidesler Teil des Busses.

Dazwischen aber genossen die Fides Junioren einige tolle Tage, welche voll gespickt waren mit Trainings, Spielen und Freizeitaktivitäten.

Bereits nach der Ankunft in Jicin, am Nachmittag, wurde das erste Training angeboten. Dieses diente mehr als Auflockerung und Gewöhnung an Ball, Technik und Spielfreude denn als Vermittlung eines neuen Elementes. Am Abend stand bereits ein erstes Trainingsspiel an. Beim Betreten der Halle dann der grosse Schrecken: diese Jungs überragten an Grösse und Körpermasse sämtliche Fidesler um „Meilen“. Nachträglich stellte sich heraus, dass die Jiciner Junioren Jahrgänge 2001/2002 hatten. Dementsprechend sank die Motivation steil ab. Dennoch gab es auch von diesem Spiel etwas Positives abzugewinnen: der Gegner trug mal für mal  blitzschnelle, technisch brillante Gegenstösse aus, und demonstrierte damit eindrücklich das Beherrschen vom Umschalten von Verteidigung in den Angriff. Wir haben diese Begegnung mit 6:32 Toren verloren. Eine nahrhafte Lehrstunde für kommende  Gegenstoss-Training!

Der Montag wurde als normale Ausbildung genutzt, um das Wichtigste im Handball zu lernen: Passen und Fangen. Was nützt dem Junior die beste Taktik, wenn er den Ball nicht Passen und Fangen kann? Mit diesen Feststellungen sind die Junioren bestens umgegangen: Pass-Fangübungen in der Gruppe mit 1 Ball, 2 Bällen oder sogar 3 Bällen wurde äusserst gut und konzentriert gelöst! Die beiden Torhüter Felix und Jeff wurden von Marlies gefordert und gefördert und lösten ihre Aufgaben sehr gut. Am Abend stand nochmals ein Spiel auf dem Programm. Dieses fand in Liberic statt, eine kurze Fahrzeit von Jicin entfernt. Diesmal stimmte die Ausgangslage und die Jungs starteten stimmungsvoll in die Partie. Der Start passte, das Resultat passte ebenfalls. Bei den nun einsetzenden Einwechslungen der Fidesler zeigte sich bald, wer mit wem harmonierte, und wer sich an welcher Position besser oder nachteiliger bewegen konnte. Die 4 teilnehmenden Jungs der U15 kannten unsere Spielart nicht oder hatten andere Vorstellungen aus ihrer Spielzeit mit ihrer Mannschaft. So ging das Mitteldrittel verloren und der Rückstand betrug 6 Tore. Im letzten Drittel spürten die Jungs ihren Stolz und Kampfwillen und sie kämpften nun vehement gegen die drohende Niederlage. Der Ball wurde wieder mehr geführt, der Abschluss nicht mit der Brechstange erzwungen und vor allem wurde das Laufen ohne Ball wieder viel mehr angewendet. Bei dieser Aufholjagd gestand der gegnerische Trainer uns nochmals fünf weitere Spielminuten zu. Diese wurde optimal genutzt, der Ausgleich gelang und es konnten sogar die zwei siegbringende Tore erzielt werden. Schlussresultat 22.24 für den SV Fides! Natürlich jubelten die Junioren! An dieser Stelle muss angefügt werden, dass unsere Torhüter einige tolle Paraden zeigten: Felix streckte sich einige Male mirakulös und auch Jeff zeigte sich in wichtigen Momenten von seiner besten Seite.

Der Dienstag wurde genutzt, um das leere Kreuzen, verbunden mit Würfen, zu zeigen und zu üben. Selbstverständlich passten verschiedene Ball- und Passübungen in dieses Puzzle einer Trainingseinheit. Wiederum erstaunlich, wie die Jungs auch diese Elemente ausgezeichnet ausführen konnten.

Am Abend wurde das dritte Trainingsspiel organisiert und dieses fand wieder in Jicin statt. Die Befürchtungen, wiederum gegen eine „Übermannschaft“ antreten zu müssen, bewahrheiteten sich nicht. Die Junioren aus Jicin stellten eine homogene, aber  technisch sehr gut beschlagene Mannschaft und die Fidesler realisierten schnell, dass es doch schwierig wird, zu Punkten zu kommen. Zur Freude des Trainerstabes und einigen Eltern aus der Schweiz (!) hielten die Fidesler aber wider Erwarten erstaunlich gut mit und zeigten mutig einige attraktive Spielelemente, welche sie aus den Trainings her nun kannten. Ab diesem Moment, in welchem die Fidesler die harte, mannbezogene Verteidigungsarbeit der Jiciner ebenfalls anwendeten, glich sich das Spiel sogar aus. Jeder Junior sollte seinen Spielanteil bekommen, je nach Zusammensetzung lief das Spiel flüssiger. Gegen diesen Gegner aus Jicin mit nur zwei Toren zu verlieren, stellte dem jungen Fideslerteam ein gutes Zeugnis aus. Die Spielfreude und –Einsatz waren Spitze. Dementsprechend ausgelassen war denn auch die Stimmung beim anschliessenden Bowling!

Da das Wetter am Mittwoch schlecht war, mussten wir umstellen. Unser Betreuer, Petr Babak, stellte das Programm kurzfristig um. Am Morgen also nochmals ein Training. Nach dem Mittagessen besuchte die Mannschaft das interessante, liebevoll gestaltete Ortsmuseum. Der Trainer resümierte über den geschichtlichen Hintergrund dieses Besuches. Vielleicht hilft dieser Abstecher mit der Erwähnung des Namens Wallenstein in einer kommenden Geschichtsstunde zu einem „déja entendu“.

Der Nachmittag fand nicht in der Halle statt, sondern an der Driving Range von Jicin. Es galt, Golfbälle möglichst weit zu schlagen. Kein Problem, dachten viele und mussten erstaunt feststellen, dass sich ein solches Unterfangen gar nicht so einfach bewältigen liess. Der eine oder andere erwischte dennoch einen guten Schlag und dreschte den Ball über 175 Meter weit! Nach dem animierten Bowling und anschliessenden Nachtessen konnte die Nachtruhe für einmal etwas früher angesagt werden.

Was unternehmen wir Donnerstag? Dies war die meist gestellte Frage am Vorabend. Die Antwort war: früher aufstehen! Los ging es ins Ungewisse. In einer alten Fabrik entzifferten die Junioren das Wort „Paintball“ und die Stimmung schnellte hoch. Entsprechend umgezogen wurden die Instruktionen mit Begeisterung entgegengenommen und die Jungs konnten kaum warten bis der „Kampf“ losging. Niemand, inklusive der Trainerstab, hatte bis dahin jemals diesen Sport ausgeführt und manch einer fühlte seinen Puls bis zum Hals. Es galt mit schlauer Taktik, Glück und Zielen, die Gegner zu umgehen und zu treffen. Die vier gebildeten Gruppen spielten um den Final, die Gruppe „Rambo“ schwang nach zähem Kampf oben aus, obwohl  ein gewisser Teilnehmer seine eigenen Kämpfer getroffen hatte.

Auch an diesem Abend konnten wir ein Trainingsspiel austragen. Diesmal in Jablonec, etwa 45 Minuten von Jicin entfernt. Auch hier die Frage nach dem Gegner: gross, kräftig oder unserem Jahrgang entsprechend? Zum Glück brachte der Gegner jeweils eine 6-er Auswahl von „Übergrösse“ und in unserem Bereich liegende Junioren. Es entwickelte sich ein gefälliges Spiel. Klar, gegen die Übergrossen hatte das Fideslerteam keine Chance, aber gegen die andere Auswahl schlug sich die Mannschaft prächtig. Die St. Galler wurden sogar so selbstbewusst, dass es ihnen gelang, auch gegenüber den „ Grossen“  mit solch zähem Widerstand entgegenzutreten, dass diese während rund sieben Minuten kein Tor erzielen konnten. Sie hatten sichtlich keine Freude daran und die Partie wurde mit 25.23 Toren knapp verloren.

Der Freitag war bereits von der Heimreise gefärbt. Nach einem interessanten Rundgang durch die Altstadt Prag und dem Besuch des Restaurants GOA -ein italienisches Restaurant, in welchem die Mannschaft unlimitiert die angebotenen Pizzas und Pastas geniessen konnten, bestiegen die Junioren pünktlich den Bus für die Heimreise nach St. Gallen. So begann sich der Kreis zu schliessen. Nach kurzer Fahrzeit wurden die Junioren von zufriedener Müdigkeit übermannt und es herrschte tiefe Ruhe im Bus.

Ein weiteres tolles und geglücktes Trainingslager ist damit wieder zu Ende gegangen. Rückblickend darf festgestellt werden, dass die Junioren sehr gut trainiert und mit der gewünschten Disziplin und Ernsthaftigkeit mitgemacht haben. Auch untereinander wurde ein freundschaftlicher und fröhlicher Umgang gepflegt.

An dieser Stelle möchte ich mich besonders für die grosse Unterstützung der beiden Hilfstrainer bedanken. Marlies Manias hatte mit ihrer kompetenten und gezielten Übernahme des Torwarttrainings viel dazu beigetragen, dieser Funktion den Stellenwert zu geben, welcher in den meisten Trainings leider viel zu kurz kommt. Mein Sohn, Livio Frey, brachte mit seinem handballerischen Fundament und seiner jugendlichen Frische viel Schwung und Abwechslung in die Trainings sowie in die verschiedenen Freizeitaktivitäten.

Petr Babak und Hana Filipova als stille Baumeister bei der Planung und Organisation vor Ort verdienen ebenfalls grossen Dank. Ihr Engagement trug wesentlich zum reibungslosen Ablauf der Woche bei.

Herzlichen Dank an ALLE!!

Marlies Manias, Livio Frey und Thomas Frey

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